#HaltzuGewalt – Alles über die Initiative
Shownotes
Gewalt gegen Mitarbeitende ist leider keine Seltenheit im Klinikalltag. Wie können Betroffene reagieren und Unterstützung finden? In dieser Folge von „Diagnose Zukunft“ spricht Janina Darm aus der ASKLEPIOS Unternehmenskommunikation mit Rebecca Stüdemann (ASKLEPIOS Gesamtbetriebsrat) und Anna Claußen (zentrales Personalmarketing ASKLEPIOS) über die Initiative HALT ZU GEWALT – ein Programm, das konkrete Schutzmaßnahmen bietet. Reinhören lohnt sich!
SHOWNOTES:
Initiative Halt zu Gewalt = https://www.asklepios.com/konzern/unternehmen/aktuelles/haltzugewalt
Deutscher Betriebsrätepreis 2025 = https://www.bund-verlag.de/betriebsrat/deutscher-betriebsraete-preis/Preis-2025?srsltid=AfmBOoo8QJzWs-si_QMWasxTlsGYS5cNGJ8pQbQ3ukWfikes2Xggz-LG
Posttraumatische Belastungsstörung = psychische Erkrankung, die nach extrem belastenden oder lebensbedrohlichen Erlebnissen entsteht
Online-Wache Polizei = https://portal.onlinewache.polizei.de/de/
ZNA = Zentrale Notaufnahme
ASKLEPIOS ZAG = https://www.asklepios.com/zag/
deeskalierend = eine angespannte bzw. konfliktgeladene Situation beruhigen und eine Eskalation von Streit oder Gewalt verhindern
Awareness = Bewusstsein, Wahrnehmung
Deeskalationstrainings = spezielle Schulungen, die Menschen befähigen, Konflikte oder potenziell gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen und durch gezielte Kommunikation und ein gezieltes Verhalten zu entschärfen
Meldestellen = https://askme.asklepios.com/pages/kb-personal-soziales/apps/content/unterstuetzung-beratung
Insite Hilfetelefon = https://www.insite.de/halt-zu-gewalt
Ansprechpartnerinnen bei Rückfragen zur Kampagne = Anna Claußen = https://www.asklepios.com/konzern/standorte/expertensuche/profil/anna-claussen-31650 Bettina Köster = https://www.asklepios.com/konzern/standorte/expertensuche/profil/bettina-koester-31908 Rebecca Stüdemann = https://askme.asklepios.com/profile/rebecca-stuedemann/activity Sonja Guder = https://www.asklepios.com/konzern/standorte/expertensuche/profil/sonja-guder-20000
podcast #asklepios #DiagnoseZukunft #haltzugewalt
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00:00:00: So was wie mir wurde an den Hahn gezogen, ich wurde gekratzt, es wurde versucht mich zu beißen, das ist da normal und das ist absolut nicht normal.
00:00:10: Schichtwechsel, der Asklepios Podcast.
00:00:17: Wir müssen reden, auch über einen absolut unschönen Aspekt des Arbeitsalltags in unseren Kliniken.
00:00:25: Es geht um Gewalt.
00:00:26: körperliche und verbale Übergriffe durch Patientinnen, Patienten und Angehörige auf Mitarbeitende der Asklepios-Gruppe.
00:00:35: Darüber spreche ich heute mit Rebecca Stüdemann vom Asklepios-Gesamtbetriebsrat sowie mit Anna Klausen, Leiterin des zentralen Personalmarketing bei Asklepios.
00:00:45: Beide haben die Initiative Halt zu Gewalt, die Mitarbeitende besser schützen soll, entscheidend mitgeprägt.
00:00:52: Mein Name ist Janina Darm.
00:00:53: Ich bin in der Asklepios Unternehmenskommunikation tätig und ich freue mich auf das Gespräch mit den beiden.
00:01:02: Liebe Anna, liebe Rebecca, schön, dass ihr da seid.
00:01:05: Danke.
00:01:06: Wunderbar.
00:01:08: Ihr habt, das muss man jetzt erstmal vorwegschieben, zwei tolle Preise gewonnen gerade kürzlich.
00:01:14: Mögt ihr da ein bisschen was drüber verraten?
00:01:16: Ja, wir haben sowohl den deutschen Betriebsrätepreis in Gold als auch den Publikumspreis gewonnen für das Projekt halt zu Gewalt.
00:01:24: Ja, Wahnsinn.
00:01:25: Habt ihr damit gerechnet oder war das eine Überraschung?
00:01:28: Nee, also wir haben uns schon alleine über die Nominierung gefreut und dann aber tatsächlich da noch zwei Preise zu gewinnen.
00:01:35: Ich glaube, da spreche ich für meine Kollegin und mich, dass wir uns mega gefreut haben.
00:01:39: Die Initiative halt zu Gewalt fußt ja auf der Tatsache, dass es eben sehr, sehr viele Übergriffe in Kliniken und auch medizinischen Einrichtungen generell gibt.
00:01:48: Lasst uns doch mal erst mal so einen Blick auf die Gesamtsituation werfen.
00:01:52: Was sind denn das für Situationen, auch in denen eben verbale oder körperliche Gewalt gegenüber Klinikpersonal entsteht?
00:02:02: Kannst du ein bisschen was darüber verraten, Rebecca?
00:02:05: Das sind ganz unterschiedliche Situationen.
00:02:07: Also das ist oft natürlich in den Notaufnahmen, dass Kollegen da verbal aber auch körperlich angegriffen werden.
00:02:15: Es gab von zwanzig dreiundzwanzig eine Studie vom Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und da hat sich rausgestellt, dass tatsächlich siebenundneunzig Prozent von den Kollegen in Notaufnahmen verbal angegriffen werden und sogar siebenundachtzig Prozent auch körperlich.
00:02:32: Und da haben wir dann alle gemeinsam gesagt, da müssen wir was gegentun.
00:02:36: Hat sich das in den vergangenen Jahren verändert, ist das mehr geworden?
00:02:40: Also aus unserer Sicht ist es seit Corona schlimmer geworden.
00:02:44: Warum genau, kann ich nicht sagen, aber seit Corona ist es... deutlich mehr geworden.
00:02:49: Aber nicht nur in Krankenhäusern, sondern ja überall in der ganzen Gesellschaft.
00:02:53: Wie wirken sich denn diese Attacken, egal ob jetzt werbal oder auch körperlich, eben auf das Personal, auf die Psyche und auch auf die Körper der Mitarbeitenden aus?
00:03:03: Also auf die Psyche ist.
00:03:05: die Berufsgenossenschaft hat gesagt, dass es eigentlich genau so eine posttraumatische Belastungsstörung verursachen kann, wie halt ... alle anderen Situationen auch.
00:03:15: Es ist auf jeden Fall eine posttraumatische Belastungsstörung, die daraus resultieren kann.
00:03:20: Und ja, das verändert natürlich auch den Körper.
00:03:23: Also, dass man irgendwie zum Beispiel S-Störungen entwickelt.
00:03:27: und sich vielleicht auch einfach nicht mehr raustraut oder so.
00:03:30: Was machen denn eigentlich Kolleginnen und Kollegen, die wirklich angegriffen worden sind?
00:03:34: Wie sollen die reagieren und an wen können sie sich wenden?
00:03:37: Also sie sollen definitiv nicht in sich hineinfressen.
00:03:40: Sie sollen mit ihren Kollegen, mit ihrer Stationsleitung oder Bereichsleitung darüber sprechen.
00:03:46: Aber ganz wichtig ist auch, dass sie so was anzeigen können.
00:03:49: Also man kann ganz einfach bei der Online-Wache von der Polizei kann man Anzeigen stellen und da wenn man Angst hat, dass der Täter dann die eigene Adresse rausfinden sollte, was tatsächlich eigentlich auch nicht möglich ist.
00:04:02: Man kann immer die Adresse des Arbeitgebers, also von der jeweiligen Klinik angeben, weil man darüber auch postalisch ja erreichbar ist.
00:04:10: Das wurde uns jetzt auch so von der Hamburger Polizei bestätigt, also gerne die Klinik als Anschrift angeben.
00:04:16: Anna, halt zu Gewalt ist jetzt eine Initiative, die habt ihr dagegen gesetzt und das gemeinsam, der Gesamtbetriebsrat, zusammen mit dem Bereich Personal.
00:04:26: Was genau hat euch dazu motiviert und wie habt ihr diese Initiative auch aufgebaut?
00:04:32: Tatsächlich war das direkt auch mit der Geschäftsführung zusammen.
00:04:36: Da wurde zusammen beschlossen, okay, das so geht es nicht weiter, wir müssen irgendwie was dagegen halten.
00:04:41: Dann fand sich ziemlich schnell eine Kernprojektgruppe, die dann erstmal so ein bisschen geguckt hat, was brauche es, was müssen wir zentral mit wem müssen wir sprechen.
00:04:50: Und dann sind wir tatsächlich auch ziemlich schnell in die Kliniken.
00:04:54: Der Brennpunkt, Rebecca hat es gerade schon gesagt, sind die ZNAs, also haben wir da angesetzt und sind alle Hamburger Kliniken in den ZNAs abgegangen.
00:05:05: Begehung, da war dann auch das Asgibis-Zack mit dabei, also unser Zentrum für Arbeitsschutz.
00:05:11: Da waren die Leitungen aus dem Bereich Pflege dabei, da waren die Leitungen aus die ärztlichen Direktoren oder Chefärzte der ZNA mit dabei.
00:05:19: Die örtlichen Betriebsräte eben und unsere Projektgruppe und dann sind wir alle Kliniken begangen, haben da geguckt.
00:05:27: Was gibt es für bauliche Maßnahmen, wo irgendwie für Verbesserungen gemacht werden könnten?
00:05:31: Aber natürlich auch mit den Kollegen und Kollegen gesprochen.
00:05:33: Was sind das für Vorfälle?
00:05:35: Was braucht ihr?
00:05:37: Was muss besser werden?
00:05:39: Genau.
00:05:39: Welche Kommunikationsmittel braucht ihr?
00:05:41: Ja, hauptsächlich dann meine Baustelle aus dem Personalmarketing raus.
00:05:44: Also was, was braucht es an Kommunikation für die Kollegen und Kollegen, aber vor allem für die Patienten und Patienten?
00:05:51: Weil prinzipiell wollen wir ja mit der Initiative präventiv.
00:05:54: Also wir wollen schaffen, dass es weniger am liebsten gar keine Vorfälle mehr gibt.
00:06:01: Aber die Initiative soll eben auch abdecken, was, wenn ein Vorfall geschehen ist, dass eben die Kollegen und Kollegen, die betroffen sind, dann auch die Unterstützung bekommen, die sie benötigen.
00:06:12: Also in zwei Richtungen wirkt die Initiative.
00:06:15: Welche Maßnahmen habt ihr denn jetzt konkret umgesetzt im Hinblick auf die Patienten?
00:06:20: Was macht man da, um präventiv zu agieren?
00:06:23: kommunizieren.
00:06:25: Wir haben verschiedene Kommunikationsmutter erstellt, sei es eine Präsentation, die da über den Bildschirm läuft, sei es Poster, sei es Flyer, die wir auch mehrsprachig zur Verfügung stellen online, also ganz viel erklären, wieso, weshalb, warum warte ich hier vielleicht, wie funktioniert so eine ZNA, genau, warum sitze ich hier?
00:06:45: Das als deeskalierend.
00:06:46: Wir haben auch freies WLAN, dass wenn man da jetzt wirklich ein bisschen über der Zeit sitzt, dass man sich mit seinem Handy beschäftigen kann.
00:06:53: Natürlich kann man auch nach Steckern zum Aufladen sowas fragen.
00:06:57: Genau, das sind auf jeden Fall Sachen, die wir für die Patienten quasi, für die Kommunikation mit den Patienten eingestellt und umgesetzt haben.
00:07:05: Und was habt ihr im Hinblick auf die Mitarbeitenden in die Wege geleitet?
00:07:09: Auch ganz viel.
00:07:11: Das fängt an bei Online-Flichschulung, quasi um die Erwärmung bei den Kollegen und Kollegen zu schaffen, um darauf zu klären, was wir Möglichkeiten haben, sie, wenn ein Vorfall passiert ist oder auch während ein Vorfall passiert.
00:07:23: Die Eskalationstraining bieten wir an.
00:07:27: Wir haben auch für die natürliche Kommunikationsmittel, wir haben ein Hilfe-Telefon zusammen mit INSIGHT eingestellt, wo die Kollegen, die sieben anrufen können, wo sie sofort Unterstützung bekommen.
00:07:38: Bereich, aber auch in der Beratung, was soll ich denn jetzt tun?
00:07:41: Mir ist das und das passiert.
00:07:43: Wir haben eine Meldestelle, muss da noch eine bauliche Maßnahme angepasst werden, in die eine Ecke noch mal ein Spiegel, ein Notrufssystem.
00:07:50: Genau, das sind so die einige der Maßnahmen, die wir umgesetzt haben.
00:07:54: Und ihr habt jetzt auch ganz neu, glaube ich, in Wandsbek einen Hilfeknopf irgendwie am Computer.
00:08:00: installiert.
00:08:01: Wie läuft das?
00:08:02: Das wird quasi erst getestet.
00:08:04: Das soll jetzt nächste Woche starten.
00:08:07: Genau, das ist mit unserem IT-Dienstleister Heimdahl zusammen.
00:08:10: Wollen wir testen, dass man eben mit an seinem Rechner oder mit einem Knopf, der tatsächlich auch mobil ist, einen Notruf auslösen kann, den dann die Kollegen in anderen Räumen erhalten, sodass die wissen, okay, hier spitzt sich gerade eine Lage zu.
00:08:27: Wir gehen jetzt alle in Raum oder wir gehen zu zweit oder zu dritt in Raum XY, weil da sind die Kollegen nur zu zweit oder sogar alleine und können da unterstützen.
00:08:35: Also ein internes Notrufsystem, was natürlich dann auch noch mal in Akutfällen die Unterstützung geben soll, die dann benötigt wird.
00:08:43: Das sind ganz schön viele Maßnahmen auf jeden Fall.
00:08:46: und wirken die denn?
00:08:48: Rebecca?
00:08:48: Habt ihr Feedback?
00:08:50: Also ich habe auf jeden Fall noch nicht... Also ich habe noch keine Zahlen, ob das tatsächlich jetzt weniger geworden ist.
00:08:57: Aber so von dem, was ich so mit Kollegen oder auch an den Patienten und Angehörigen bisher mich unterhalten habe, das kommt auf jeden Fall ziemlich gut an.
00:09:08: Also vor allem Patienten und Angehörige sind schockiert darüber, dass es halt so hohe Zahlen sind und dass Kollegen überhaupt angegriffen werden.
00:09:16: Das ist für viele überhaupt gar nicht verständlich.
00:09:20: Und auch bei den Kollegen kommt das soweit ich das mitbekommen habe, ziemlich gut an, dass jetzt der Arbeitgeber endlich mal was dafür tut, dass er Patienten in die Verantwortung nimmt und auch die Angehörigen, weil die sind auch nicht immer außen vor.
00:09:39: Ich meine, wir sind erst ein Jahr dabei, aber dafür habe ich bisher gutes Feedback bekommen.
00:09:43: Sind dann die Kolleginnen und Kollegen, also die Pflegekräfte beispielsweise, an sich selbst auch eingebunden in die Erarbeitung der Maßnahmen?
00:09:51: Ja.
00:09:52: Also tatsächlich in den Beginn hatten wir Gespräche mit denen.
00:09:56: Also wo eben auch die Pflege und die ärztlichen Bereiche natürlich mit eingebunden werden, die eben auch aktiv sagen konnten.
00:10:02: Wir haben zum Beispiel auch als eine Maßnahme unser Meldesystem optimiert, weil da irgendwie die Rückmeldung kam, dass es schon sehr aufwendig ist und kompliziert und es dauert zu lange.
00:10:13: Also quasi auch eine interne Bürokratie, die wir versucht haben zu minimieren.
00:10:17: Also da ganz unterschwellig Angebote geschaffen, wie man einen Vorfall melden kann, aber wie man sich auch Unterstützung holen kann.
00:10:25: Wenn wir jetzt von den Mitarbeitern sprechen, ist die zum Beispiel, haben wir eine Hilfe-Telefon mit unserem Partner-Inside.
00:10:33: Er initiiert, wo die Kollegen eben, auch direkt Unterstützung bekommen, in therapeutischer Hinsicht, aber eben auch... Was passiert denn jetzt?
00:10:42: oder was sollte ich tun?
00:10:43: Also wenn es einen Vorfall gab, können die dort anrufen und ihnen wird irgendwie beratend geholfen.
00:10:48: Richtig, genau.
00:10:49: Einmal psychologisch.
00:10:50: Also wenn wir einfach mal drüber sprechen, wie geht es dir?
00:10:52: Brauchst du vielleicht irgendwie professionelle Hilfe?
00:10:56: Aber eben auch, oh krass, der Vorfall war jetzt wirklich extrem.
00:11:00: Das ist auf jeden Fall... Das müsste man eine Strafverzeige stellen, zum Beispiel.
00:11:05: Anna, du hast im Vorgespräch erwähnt, dass ihr auch die Stadt Hamburg ein bisschen in die Pflicht nehmen wollt.
00:11:11: Was wünscht ihr denn euch auch im Hinblick auf die Politik?
00:11:16: Was können Bund, Länder und Kommunen machen, damit eben medizinisches Personal besser geschützt wird?
00:11:24: Ich glaube tatsächlich kommunizieren.
00:11:27: Also tatsächlich wirklich irgendwie auch eine Kante zeigen, wie wir jetzt mit Heil zu Gewalt einfach aufzeigen, dass es nicht geht.
00:11:33: Und Rebecca hat es eben auch schon erwähnt, wenn man über diese Initiative spricht, ganz viele, die nicht aus, ich sage es jetzt mal, unser Bubblekommen, also die nicht täglich in der Klinik oder Praxis sind, die sind richtig schockiert, wie es da abgeht.
00:11:49: Und das muss man wirklich so sagen.
00:11:50: Also ich muss auch sagen, die Begehung waren... schon auch psychisch eine Herausforderung, weil ich jetzt als Kollegin, die im Büro sitzt, natürlich auch, also sowas wie mir wurde an den Hahn gezogen, ich wurde gekratzt, es wurde versucht, mich zu beißen, das ist da normal und das ist absolut nicht normal.
00:12:09: Also wenn mich ein Kollege und ein Kollegen an den Hahn zieht, dann würde ich das nicht einfach so hinnehmen und sagen, naja, es ist halt so.
00:12:18: Auf jeden Fall.
00:12:19: Also da muss klare Kante gezeigt werden.
00:12:21: Das ist ja auch etwas, was auch jetzt öffentlich wahrgenommen wird.
00:12:25: Was kriegt ihr auch für ein Feedback jetzt jenseits der Klinikmauern?
00:12:30: Also tatsächlich haben wir schon mit unterschiedlichsten Unternehmen oder Branchen auch gesprochen.
00:12:35: Also der Einzelhandel hat sich mit uns ausgetauscht zu der Initiative.
00:12:39: Natürlich viele Kliniken.
00:12:41: Ich habe mit einer Klinik aus Frankfurt gesprochen.
00:12:44: Eine Klinik aus Dortmund hat angefragt, die auch schon Sachen entwickelt haben, aber da gerne nochmal mit uns in den Austausch gehen wollen.
00:12:51: Also insbesondere natürlich andere Klinikbetreiber, aber eben auch tatsächlich aus anderen Branchen, weil die das gleiche Problem haben.
00:12:59: die Polizei zum Beispiel.
00:13:01: Ja, also als Sonja, also meine Kolleginnen und ich, da beim Deutschen Betriebsredetag waren, da hatten wir auch einen Messerstand zu diesem Thema und um... da einfach noch mal darauf aufmerksam zu machen auf dieses ganze Thema Gewalt.
00:13:13: Und wir sind natürlich auch mit sehr, sehr vielen Kliniken und auch mit Rettungsdiensten ins Gespräch gekommen.
00:13:19: Aber da waren auch Betriebsräte aus Industrien, von Banken und die haben auch gesagt, also natürlich in der Industrie ist es eher weniger, weil die ja nicht so diesen Kontakt zu außen stehenden Menschen haben.
00:13:31: Aber da war eine Kollegin aus einer Bank in Frankfurt, in der Nähe vom Hauptbahnhof und die hat auch gesagt, also bei ihr ist es dann Natürlich auch, wenn die Leute den Kredit nicht bewilligt bekommen.
00:13:44: Oder wenn du auf dem Weg alleine vom Frankfurter Hauptbahnhof zu deinem Büro bist.
00:13:50: sag ich mal, gefährliches Pflaster da, die Ecke.
00:13:54: Und also da, die waren total fasziniert davon, erst mal was, also im negativen Sinne fasziniert davon, was so uns in Krankenhäusern passiert.
00:14:02: Und ich glaube, da haben die dann auch noch mal so ein bisschen darüber nachgedacht, was bei ihnen auf der Arbeit passiert.
00:14:08: Und wie Anna eben schon sagte, im Einzelhandel auch extrem viel.
00:14:12: Das kriegt, glaub ich, jeder auch mal mit, irgendwie, wenn er an der Kasse steht, dass da die Kassierer dann angepöbelt werden.
00:14:18: Und ja.
00:14:20: Also sehr viele Branchen sind betroffen, muss man sagen.
00:14:24: Und da ist das auf jeden Fall eine gute Maßnahme.
00:14:27: Wie sieht das aus?
00:14:28: Prinzipiell ist die Initiative ja für die gesamte Asklepios Gruppe anvisiert.
00:14:33: Wo stehen wir denn da im Rollout?
00:14:36: Eigentlich ganz gut, also wir haben da jetzt niemanden zeitliche Vorgaben gemacht, jede Klinik, die betroffen ist und Bedarf hat, die kann sich bei uns über das Intranet an den Kommunikationsmitteln bedienen, aber natürlich auch immer insbesondere auf uns vier, auf Rebecca, Sonja, Bettina und mich zu gehen, wenn es darüber hinaus noch irgendwie Unterstützung benötigt.
00:14:59: Aber es sind also die ersten Kliniken haben das in der Fläche auch umgesetzt, auch die Kollegen Kollegen von Röhn mit denen haben.
00:15:05: wir zu der Initiative schon gesprochen.
00:15:09: Genau, da sind tatsächlich auch Kliniken-Bereiche, kann sich vielleicht jeder vorstellen, so die.
00:15:15: unsere Reha-Zentren sind zum Glück weniger betroffen, aber ansonsten zieht sich das durch die ganze Republik.
00:15:23: Also die Initiative ist voll im Gange.
00:15:26: Letzte Frage an euch beide, wenn ihr euch etwas wünschen könntet im Hinblick auf eine gewaltfreie Krankenhaus-Umgebung.
00:15:32: Was genau wäre das?
00:15:34: Also ich würde sagen, ich würde mir wünschen von Patienten und Angehörigen natürlich, dass sie nicht die Kollegen angreifen, die ihnen versuchen zu helfen.
00:15:44: Und jeder von uns tut irgendwie das Beste, was er kann.
00:15:47: Und manchmal dauert es einfach länger in den Notaufnahmen, wie Anna von schon gesagt hat.
00:15:52: In Krankenhäusern läuft es nicht nach, wer zuerst kommt mal zuerst, sondern nach, wer ist tatsächlich am schlimmsten verletzt?
00:15:59: Ich glaube ... Man sollte froh sein, wenn man in der Notaufnahme ist und warten muss.
00:16:03: Weil das bedeutet, dass man nicht ganz so schwer verletzt ist wie jemand anderes.
00:16:08: Und ich würde mir auch wünschen, dass man nicht wegguckt.
00:16:11: Dass man wirklich ... Wenn man als Angehöriger oder als Patient mitbekommt, dass jemand anderes aggressiv wird oder schlecht über die Kollegen redet, dann springt da rein und ja, sagt was.
00:16:26: Mhm.
00:16:26: Anna?
00:16:29: Tatsächlich würde ich sagen, man merkt, es ist ein gesellschaftliches Problem.
00:16:32: Ich würde mir wünschen, dass wir alle wieder ein bisschen respektvoller, toleranter und auf jeden Fall freundlicher miteinander umgehen.
00:16:40: Ich glaube, wenn das jeder Einzelne für sich mitnimmt, dann ist in der Gesellschaft schon wieder ganz viel besser.
00:16:47: Und das impliziert ja quasi alles, was Rebecca auch gerade gesagt hat.
00:16:50: Liebe Rebecca, liebe Anna, vielen Dank für diese ganz vielfertigen Einblicke.
00:16:54: Toll, dass sich die Asklepios-Gruppe hier der Gewaltproblematik angenommen hat und auch, dass ihr das gemeinsam vor allem löst.
00:17:02: Wir sind gespannt und hoffen, dass die Aktionen wirklich dazu beitragen, dass sich die Lage in den Kliniken und anderen Gesundheitseinrichtungen nachhaltig verändern wird.
00:17:12: Alles Gute für euch weiterhin und vielen Dank fürs Zuhören.
00:17:15: Danke, danke dir.
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